Bernabeleva Bodega y Viñedos, Madrid
zurückMit einer modernen Autobahn kurz vor der Fertigstellung, liegt San Martín de Valdeiglesias bloß 75 Auto-Minuten von der 3-Millionen-Metropole Madrid entfernt. Dennoch fühlt sich die Reise viel länger an, sowohl was die Zeit, als auch die Distanz angeht, denn fährt man von der spanischen Hauptstadt Richtung Westen, wird das Gelände schnell zerklüftet und bergig, die Luft kühler, und man beginnt, Anzeichen einer früheren Epoche zu sehen.
Bernabeleva.
Hier, am östlichen Rand der spanischen Sierra de Gredos, kaufte ein renommierten Madrider Arzt namens Vincente Alvarez-Villamil im Jahr 1923 einige Hektar Land. Damals war dieser Ort eine ganze Tagesreise von Madrid entfernt, und man merkte ihm seine keltische Vergangenheit an, denn hier findet man Bärenstatuen die aus Felsbrocken gehauen wurden. Früher eine Widmung an die Göttin der Jagd und zugleich eine Markierung von Jagdrevieren.
Aber das Anwesen, das Vincente Bernabeleva taufte (Der Bärenwald), hielt mehr als nur eine alte Geschichte bereit, es war, glaubte er, ein besonderer Ort, um die edle Garnacha-Rebsorte zu kultivieren, die hier einen tiefgründigen Charakter entwickeln könnte . Aber das nächste Jahrzehnt brachte eine verstärkte politische Instabilität nach Spanien, und als 1936 der Bürgerkrieg ausbrach, wurde das Land verwüstet. Die Familie Alvarez-Villamil behielt zwar das Land, aber Vincentes Traum vom Weingut war begraben ... für lange Zeit.
Bis im Jahr 2006, zwei Ur-Enkel von Vincente, Juan Diez Bulnes und Santiago Matallana Bulnes sich vornahmen, den Traum zu erfüllen. Die Weinberge von Bernabeleva gab es schliesslich noch, jetzt in einem Alter von 80 Jahren, und es gab Garnacha Weinberge von benachbarten Grundstücken, die zum Kauf bereit standen. Doch anders als der aktuelle Trend im spanischen Weinbau, beschlossen Juan und Santiago, Weine von purer Reinheit und Ausdruckskraft zu vinifizieren, in Harmonie mit der Schönheit des Landes und im Sinne ihres Vorfahren Vincente. Diese Pläne wurden gut durch das Terroir unterstützt. Ihre Weinberge bestehen aus sandigen Böden (altes Granit), in Höhenlagen von 550m bis über 1.000m ü.d.M., mit warmem Tage, aber kühlen Nächten. Das daraus resultierende Lesegut hat genügend Reife, aber auch erstaunliche gesunde Weinsäure und viel Frische. Als besonderen Clou gelang es den beiden keinen Geringeren als den Önologen Raúl Pérez zu engagieren, der sich mit einer ganzen Reihe bahnbrechender Weine aus der D.O. Bierzo einen exzellenten Namen gemacht hat. Ihm zur Seite steht der der junge Marc Isart Pinos, der die Philosophie von Raúl Pérez teilt: Betont langen Gärungen und minimales Handling. Die Weine werden in Fässern unterschiedlicher Größe und Alters ausgebaut, aber es kommt sehr wenig neues Holz zum Einsatz, um den Ausdruck der Terroirs nicht zu maskieren.
Die Ergebnisse sind wie alles, was Raúl Pérez macht, spektakulär und erinnern an die grossartige Arbeit des jungen Alvaro Palacios, seinerseits ein begnadeter Interpret der Garnacha-Rebsorte. Aber auch die Weissweine aus der autochthonen Madrider Rebsorte Albillo sind eigenständig und unglaublich gut.